Begriffe aus der Wirtschaft
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Wirtschaft


 

3.2.2.  Besitz von Anteilscheinen

3.2.2.1. Einkommenssteuer und Verrechnungssteuer

Bei den Ausschüttungsfonds wird die Einkommensbesteuerung bei den Begünstigten im Umfang und im Zeitpunkt der jeweiligen Ausschüttung - entsprechend dem Coupon - vorgenommen (vgl. Kreisschreiben Nr. 2 der Eidg.  Steuerverwaltung vom 23. November 1989). Sofern die Ausschüttung nur über einen einzigen Coupon erfolgt, bleiben auch die Kapitalgewinne steuerbar. Werden die Kapitalgewinnquote und die Ertragsquote je mit einem Coupon ausgewiesen, sind lediglich die erzielten Vermögenserträge steuerbar. 

Der Ertrag aus inländischen Anlagefonds und Vermögen ähnlicher Art unterliegt der Verrechnungssteuer von 35 %. Auch für die Erhebung der Verrechnungssteuer ist die Aufteilung der Gewinne in Kapitalgewinne und Erträge wesentlich. Von der Verrechnungssteuer ausgenommen sind ebenfalls die in einem Anlagefonds erzielten Kapitalgewinne, sofern sie über einen gesonderten Coupon ausgerichtet werden (Art. 5 Abs. 1 lit. b VStG).

 Der in der Schweiz domizilierte Anteilscheininhaber kann die Verrechnungssteuer zurückfordern. Voraussetzung ist, dass er seinen Anteil und den Ertrag in der Steuererklärung deklariert. Der ausländische Anteilsinhaber kann die Verrechnungssteuer von 35 % nur im Umfang der in den von der Schweiz mit zahlreichen Staaten abgeschlossenen Doppelbesteuerungsabkommen zurückfordern. Besteht kein Doppelbesteuerungsabkommen, stellt der Verrechnungssteuerabzug von 35 % eine endgültige - und damit renditeschmälernde - Belastung dar.

 Unabhängig von Doppelbesteuerungsabkommen können nicht rückforderbare Verrechnungssteuerbelastungen vermieden werden, wenn die Erträge schweizerischer Anlagefonds zu mindestens 80 % aus ausländischen Quellen stammen. In diesen Fällen kann entweder

  • die Verrechnungssteuer nachträglich zurückgefordert werden oder
  • der Verrechnungssteuerabzug unterbleibt gestützt auf eine Erklärung (Affidavit) der depotführenden Bank.

 Eine Bankenerklärung darf nur ausgestellt werden, wenn

  • einem Ausländer im Zeitpunkt der Fälligkeit das Recht zur Nutzung zusteht,
  • der Anteilschein im Zeitpunkt der Fälligkeit im offenen Depot derjenigen Bank liegt, die das Affidavit ausstellt, und
  • der Fondsertrag einem Konto gutgeschrieben wird, das für den Ausländer bei der das Affidavit ausstellenden Bank geführt wird.

Die das Affidavit ausstellenden in- und ausländischen Banken müssen dem Bankengesetz oder einer behördlichen ausländischen Aufsicht unterstehen. Ausländische Banken bedürfen einer Bewilligung der Eidg. Steuerverwaltung.

3.2.2.2. Vermögenssteuer

Anteile an Anlagefonds unterliegen der Vermögenssteuer (§ 46 Abs. 3 AG StG; § 38 Abs. 2 ZH StG; Art. 53 Abs. 3 SG StG). Der Steuerwert wird in der von der Eidg. Steuerverwaltung ausgegebenen Kursliste ausgewiesen. 

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Einkommenssteuer und Verrechnungssteuer

Bei den Wertzuwachsfonds stellt sich die Frage, ob und in welchem Zeitpunkt thesaurierte Vermögenserträge den Anteilsinhabern als Einkommen zuzurechnen sind.

Die Steuerbehörden leiten aus dem Anlagefondsgesetz ab, dass die zurückbehaltenen Erträge den Anteilsinhabern direkt zuzurechnen sind. Nach Art. 20 Abs. 1 AFG erwirbt der Anteilsinhaber durch seine Einzahlungen eine Forderung auf Beteiligung am Vermögen und am Ertrag des Anlagefonds. Wegen der fehlenden Rechtspersönlichkeit des Anlagefonds sind die Erträge dem Anleger deshalb im Zeitpunkt, in dem die Fondsleitung diese erwirtschaftet, rechtlich zuzuordnen. Es wird davon ausgegangen, dass der Anteilsinhaber im Zeitpunkt der Ausschüttung freiwillig auf seinen festen Rechtsanspruch verzichtet und einer sofortigen Wiederanlage der Erträge zustimmt. Die Fondsleitung verfügt treuhänderisch über die Erträge. Es wird insofern von einer ""Treuhandlösung"" gesprochen.

Die Zurechnung des Einkommens aus Wertzuwachsfonds erfolgt im Zeitpunkt des Jahresabschlusses (Verbuchung der Erträge auf dem Kapitalkonto des Anlegers). Derjenige Anteilsinhaber, der den Fondsanteil in diesem Zeitpunkt besitzt, hat den gesamten Ertrag zu versteuern. Die Eidg. Steuerverwaltung hat zur Besteuerung der zurückbehaltenen Erträge von Wertzuwachsfonds-Anlagefonds das Kreisschreiben Nr. 2 vom 23. November 1989 publiziert.

Die Verrechnungssteuer wird nicht im gleichen Zeitpunkt wie die Einkommenssteuer erhoben. Werden die Erträge dem für die Wiederanlage bestimmten Konto gutgeschrieben, wird die Verrechnungssteuer (noch) nicht erhoben.

Für die Einkommensteuer wie für die Verrechnungssteuer gilt, dass Kapitalgewinne nicht steuerpflichtig sind. Kapitalgewinne und Vermögenserträge sind in der Erfolgsrechnung separat auszuweisen

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Auskunftspflicht der Banken nur bei Vergehen, nicht bei blossen Übertretungen. Unvollständige Deklaration gilt nur als Übertretung (deshalb keine Auskunftspflicht). Steuerbetrug ist jedoch ein Vergehen. Hier schützt das Bankgeheimnis nicht; die Bank ist auskunftspflichtig.

Die Verletzung des Bankgeheimnisses ist ein Offizialdelikt, d.h. die Verfolgung erfolgt von Amtes wegen und nicht nur auf Antrag des Geschädigten.

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Unter Beta versteht man das Verhalten der einzelnen Unternehmungen zu den Bewegungen des Gesamt-Marktes.
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Ein Beta von genau 1 bedeutet, dass sich die betreffende Aktie völlig gleich wie der Gesamtmarkt bewegt.

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Beteiligungsgesellschaften sind sozusagen ein Spezialfall von lnvestment - Gesellschaften. Sie unterscheiden sich aber von diesen insofern fundamental, als sie eine grundsätzlich andere Anlagestrategie verfolgen als lnvestment - Gesellschaften oder die üblichen Anlagefonds.

Anstelle von Diversifikation ist bei den Beteiligungsgesellschaften Konzentration angesagt, d.h. Fokussierung auf ganz wenige, handgepickte, möglichst zukunftsträchtige, und nach Möglichkeit für unterbewertet beurteilte Unternehmungen, um mittelfristig einen möglichst grossen Wertzuwachs zu erreichen.

Ein weiteres Ziel einiger Beteiligungsgesellschaften besteht in der aktiven Vertretung der Interessen der Aktionäre. Dies bedeutet, dass die Geschäftsführer von Beteiligungsgesellschaften bestrebt sind, aktiven Einfluss auf Verwaltungsrat und Management der Beteiligungsgesellschaften auszuüben.

Häufig ist auch die Entschädigung für die Manager von Beteiligungsgesellschaften anders geregelt als bei den Anlagefonds, indem neben einer Basisentschädigung zusätzlich eine erfolgsabhängige Kommission festgelegt wird.

Für die ""Fondsmanager"" ist die damit gegebene Möglichkeit der langfristigen Anlage ein entscheidender Vorteil gegenüber den offenen Anlagefonds. Einige Anlagen - z.B. in Private Equity, d.h. in Aktien von noch nicht kotierten Unternehmungen - sind nur vertretbar, wenn kein Risiko der Rücknahmepflicht besteht. Zusammen mit der ""Befreiung"" von den für Anlagefonds geltenden Anlagevorschriften sind damit Beteiligungsgesellschaffen für die Umsetzung bestimmter Anlageziele das besser geeignete Instrument als die Anlagefonds gemäss AFG.

Häufig wird die Anlagepolitik von Beteiligungsgesellschaften durch Hebel-Effekte ergänzt - und zwar in einem grösseren Ausmass, als dies bei AFG-Fonds zulässig wäre - ‚ sei dies durch Aufnahme von Krediten oder durch (Call-)Optionen

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