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Wirtschaft


 

Die im Fondsgeschäft insgesamt anfallenden Kosten für den Anleger, resp. Erträge für die Finanz-Branche sind erheblich.

Die gesamten laufenden Kosten (d.h. ausgewiesene und verdeckte Kosten) dürften im Durchschnitt mindestens 2 % der Fondsvermögen pro Jahr ausmachen, wobei die Kosten bei den Aktienfonds namhaft höher sind (sowohl höhere Management Fee als auch höhere Transaktionsspesen; Gesamtkosten um die 3 %) als bei den Obligationen- oder Geldmarktfonds. Dies bedeutet, dass schon nur für die in der Schweiz geführten Anlagefonds, welche ein Vermögen von rund CHF 50 Mrd. ausmachen, - bei der Annahme von durchschnittlich 2 % Kosten - Erträge von rund CHF 1 Mrd. anfallen.

Zusätzlich verbleibt natürlich auch bei den im Ausland geführten Fonds, welche in der Schweiz verkauft werden und die in Schweizer Depots geführt werden, ein namhafter Ertrag in der Schweiz.

Bei den Ausschüttungsfonds werden die Zins- und Dividendenerträge periodisch - in der Regel jährlich - ausgeschüttet. Dies ist in der Schweiz der Normalfall.

Bei den thesaurierenden Fonds wird der Ertrag immer gerade wieder angelegt, d.h. es gibt keine Ausschüttungen, sondern der Kurswert steigt entsprechend an.

Die Risikoverteilung ist ein zentraler Aspekt der meisten Anlagefonds. Besondere gesetzliche Anlagevorschriften stellen diesen Grundsatz sicher.

Eine Ausnahme vom Grundsatz der Risikoverteilung besteht bei der Kategorie der sog. "Übrigen Fonds". Dort finden die entsprechenden gesetzlichen Vorschriften keine Anwendung.

Die jederzeitige Kündigungsmöglichkeit ist für Nicht-Juristen eine etwas seltsame Formulierung. Gemeint ist eben die Möglichkeit der Kündigung des genannten Kollektiv-Anlagevertrages, d.h. - einfach ausgedrückt - der Anleger kann die Vertragsbeziehung jederzeit kündigen, sprich, die Anteile jederzeit zurückverkaufen.

Eine Ausnahme besteht höchstens in bezug auf das ""jederzeit"". Bei beschränkter Marktgängigkeit - z.B. bei Immobilien - können Einschränkungen vorgesehen werden.

Auf Grund dieser jederzeitigen Kündbarkeit sind Schweizer Anlagefonds gesetzlich zwingend sog. offene Fonds. Offen bedeutet, dass je nach der Nachfrage kontinuierlich Anteilscheine ausgegeben werden (können) und jederzeit zurückgenommen werden müssen. Geschlossen bedeutet, dass sich der Fonds auf eine bestimmte Anzahl Anteilscheine festlegen muss und dann Änderungen nur durch ein Kapitalerhöhungs-, resp. .-herabsetzungsverfahren zulässig sind; die AG ist z.B. ein ""geschlossenes"" Gebilde.

Offen bedeutet aber nicht, dass die Emission neuer Anteile immer möglich sein muss. Im Gegenteil. Jeder offene Fonds darf die Emission einstellen. Es ist also kein Fonds gezwungen, immer zu emittieren. Er ist nur verpflichtet, die Anteile immer zurückzunehmen (allenfalls mit gewissen reglementarisch festgelegten Einschränkungen).

Die Grundkonstruktion der Beziehungen zwischen dem Anleger und der Fondsleitung/Depotbank ist vertraglich ausgestaltet und nicht gesellschaftsrechtlich.

Diese Konzeption hat vor allem steuerliche Auswirkungen. Weil der Fonds keine neue Gesellschaft (und damit auch kein neues Steuersubjekt) ist, bleibt steuerrechtlich die Situation gleich, wie wenn der Anleger direkte Anlagen getätigt hätte. Das Fondsvermögen ist damit eine Art treuhänderisches Gebilde auf Grund des sog. "Kollektiv-Anlagevertrages" zwischen dem Anleger und der Fondsleitung/Depotbank.

Im Ausland dagegen sind die gesellschaftsrechtlichen Konstruktionen häufiger. Dies bedeutet, dass der Fonds eine eigene Rechtspersönlichkeit und ein eigenes Steuersubjekt ist. Hauptbeispiel: die Luxemburger Fonds.

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